Das ist eine wichtige Frage, weil die Hoffnung auf Selbstregulation in vielen Organisationen sehr verbreitet ist. Die Realität sieht aber so aus: Konflikte, die nicht aktiv bearbeitet werden, verschwinden in der Regel nicht. Sie verlagern sich. Sie gehen unter die Oberfläche, vergiften das Klima, äußern sich in passiver Aggression, in Dienst nach Vorschrift, in hoher Fluktuation oder in einer Lähmung, bei der niemand mehr wirklich Initiative ergreift, weil das Risiko, damit anzuecken, zu groß erscheint.
Hinzu kommt, dass Konflikte im Team fast immer eine soziale Dynamik haben, die sich selbst verstärkt. Wer einmal in einer bestimmten Rolle wahrgenommen wird, als Problemmensch, als schwieriger Kollege, als jemand, der immer gegen alles ist, dem fällt es schwer, aus dieser Rolle herauszukommen. Die anderen haben ihre Bilder festgelegt. Jede neue Situation wird durch diese Brille betrachtet. Ohne eine externe Person, die diesen Kreislauf unterbricht, drehen sich viele Teams über Monate oder Jahre im gleichen Kreis.